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Wichtige Hauptuntersuchungs- (HU) und
Sicherheitsprüfungs- (SP; für NFZ/KOM) Änderungen

47. ÄndVStRV tritt zum 01.07.2012 in Kraft

Nach sehr umfangreichen Beratungen mit verschiedenen Eingaben der einzelnen Bundesländer zu der Thematik ist die 47. Verordnung zur Veränderung straßenverkehrsrechtlicher Vorschriften im Bundesrat beschlossen worden.

Damit treten die Neuerungen zu HU und SP zum 01. Juli 2012 in Kraft und müssen von Überwachungsorganisation und Werkstätten ab diesem Stichtag angewendet werden.

Die wesentlichen Neuerungen betreffen folgende Punkte:

1. Konditionierungsfahrt vor der Prüfung
Zu Beginn einer HU- oder SP- Prüfung ist eine kurze Probefahrt, bei der die Mindestgeschwindigkeit von 8 km/h erreicht werden muss, zwingend vorgeschrieben.

2. Neuer einheitlicher Mängelbaum für die HU
Um einheitliche Bewertungen von Mängeln bei der HU- Durchführung der einzelnen Prüforganisationen zu gewährleisten, wurden die entsprechenden Mängelpunkte an den heutigen Stand der Technik angepasst. Bei Feststellung eines Mangels hat der HU- Prüfer keinen Einfluss auf die Beurteilung des Mangels (geringer Mangel, erheblicher Mangel oder ggf. Verkehrsunsicherheit).
Zukünftig stehen zur Bewertung 350 geringe Mängel, 3.160 erhebliche Mängel und 130 verkehrsunsichere Mängelpunkte bei der HU- Prüfung zur Verfügung.
Bei der Neubewertung der Mängel sind viele ehemals geringe Mängel in erhebliche Mängel umgewandelt worden.
Somit kann zukünftig ein zu niedrig eingestellter Scheinwerfer, ein defektes Abblendlicht oder eine nicht funktionsfähige Kennzeichenleuchte zum „Nichtbestehen“ der HU führen!
Weiterhin sind jedoch Hinweise für beginnenden Verschleiß etc. zulässig.

3. Änderung der Bremsprüfungsvorgaben bei HU und SP
Anhand der technischen Fortschritte wurden die gesetzlichen Mindestabbremsungen der einzelnen Fahrzeugarten gestaffelt nach dem Erstzulassungsdatum (EZ- Datum) zum 01. Juli 2012 geändert.
Für Fahrzeuge ab dem EZ- Datum 28. Juli 2010 ist eine Wirkungsprüfung anhand der vom Fahrzeughersteller bekannt gegebenen Bezugsbremskräfte vorgeschrieben.
Diese Werte dürfen bei der Bremsprüfung nicht unterschritten werden.
Wenn die Bezugsbremskräfte seitens der Hersteller noch nicht veröffentlicht wurden (Zentrale Datenerfassungsstelle befindet sich noch in der Aufbauphase), ist anhand der ermittelten Bremskräfte in Bezug auf das zulässige Gesamtgewicht des Fahrzeuges die prozentuale Abbremsung zu ermitteln.

4. Systemdaten- bzw. Schnittstellenprüfung
Seit dem 01. April 2006 ist im Rahmen der HU die Untersuchung sicherheits- und umweltrelevanter elektronisch geregelter Fahrzeugsysteme auf der Grundlage von Systemdaten (Verbaudaten, Identifizierungsmerkmalen und Prüfmodalitäten), die von den Fahrzeugherstellern fahrzeugbezogen zur Verfügung gestellt werden, für PKW vorgeschrieben.
Der Zeitbedarf für die Prüfung der elektronischen Systeme war jedoch zu hoch. Aus diesem Grunde wurde die Systemdatenprüfung zur Schnittstellenprüfung über die OBD- Steckdose des Fahrzeuges weiterentwickelt.
Anhand eines HU- Adapters (Auslesegerät) hat sich der Zeitbedarf der HU- Prüfung wesentlich verkürzt und die Prüfqualität verbessert.
Mit Inkrafttreten der 47. Änderungsverordnung StVR zum 01. Juli 2012 ist diese Schnittstellenprüfung gestaffelt nach der EZ des Fahrzeuges anzuwenden.
-    PKW (Klasse M1, N1) ab EZ 01.01. 2012
-    NFZ / KOM (Klasse M2, M3, N2, N3) ab EZ 01.01.2013
-    Anhänger (für NFZ, Klasse 0) ab EZ 01.01.2015

5. Erweiterte HU- Prüfung mit Zusatzkosten bei verspäteter Untersuchung
Werden HU- Pflichtige Fahrzeuge ab dem 01. Juli 2012 mehr als 2 Monate verspätet bei der HU vorgestellt, wird ein Zusatzaufschlag von 20 % der HU- Prüfgebühr aufgrund ggf. anfallender Zusatzprüfungen berechnet.

6. Wegfall der Rückdatierung der HU
Ab dem 01. Juli 2012 wird bei der Fristüberschreitung der HU die nächste HU- Fälligkeit ohne Rückdatierung zugeteilt. Die im Vorfeld durchzuführende Abgasuntersuchung darf ab diesem Datum max. 2 Monate alt sein (vorher 1 Monat).
Bei SP- pflichtigen Fahrzeugen wird die nächste SP- Fälligkeit durch den HU- Prüfer durch Anbringung einer neuen SP- Prüfmarke dokumentiert.

7. Änderung der AU- Richtlinie (Verkehrsblatt Nr. 10 v. 31.05.2012)
Zeitgleich zum 01.07.2012 tritt auch die Neufassung der AU- Richtlinie in Kraft.

Folgende Punkte werden neu geregelt:

a) Plakettenwert:
Für alle Dieselfahrzeuge (PKW / LKW) gilt ein neuer AU- Grenzwert, der sogenannte Plakettenwert.
Dies ist ein Trübungswert des Abgases der im Rahmen der Typgenehmigung nach dem Verfahren der freien Beschleunigung ermittelt wird.
Dieser am Fahrzeug durch Angabe am Typenschild festgelegte Wert ist ab 01.07.2012 als max. Trübungswert (Plakettenwert) bei der Abgasuntersuchung anzusetzen.
Liegt für AU- Pflichtige Fahrzeuge kein Plakettenwert vor, gelten weiter die Hersteller- bzw. gesetzlichen Vorgaben. Durch kontinuierliche Softwareupdates der AU- Gerätehersteller fließen die neuen Daten zwar kurzfristig in die Datenbänke der Geräte ein, entbindet den AU- Prüfer jedoch nicht von der Pflicht, die angegebenen Werte zu vergleichen.   

HU2-Plaketten
Wenn Sie auf die Abbildung klicken, erhalten Sie eine größere Version!


b) AU- Nachweise
Ab 01.07.2012 ist der AU- Nachweis mit dem AU- Nachweissiegel und der Zangenprägung Bestandteil des HU- Untersuchungsberichts und muss mit diesem zusammen dem Fahrzeughalter ausgehändigt werden.

c) AU- Messgerät
Mit Einführung des Plakettenwertes als max. Trübungswert bei der AU können auch weiterhin die aktuellen Trübungsmessgeräte (Opazimeter I) eingesetzt werden.
Steht eine Ersatzbeschaffung eines Trübungsmessgerätes an, so sollte die neue Messgerätetechnik (Opazimeter II), die auf dem Streulichtmessverfahren beruht, berücksichtigt werden. Diese Geräte befinden sich gerade in der PTB – Zulassung.

8. HU- Prüfstützpunkt

Alle HU- Prüfstützpunkte (Werkstätten, in denen HU- Abnahmen angeboten werden) müssen ab dem 01.04.2006 spätestens alle 3 Jahre durch die dort örtlich zuständige KFZ- Innung auf Richtigkeit / Änderung der Stammdaten sowie auf  Vorhandensein der technischen Prüfmittel der HU- Prüfvorgaben (Anlage VIII d StVZO) überprüft werden.
Neuerungen ab dem 01.07.2012:
-    Grundsätzlich muss in allen Prüfstützpunkten ein Scheinwerfereinstellgerät vorhanden sein. Dieses Gerät muss geprüft sein (gültige Prüfplakette).
-    Alle für die HU eingesetzten Hebebühnen und Grubenheber müssen UVV- geprüft sein.
-    Bremsenprüfstände müssen mit gültiger Stückgutprüfung versehen sein.
Bei Fristüberschreitung der prüfpflichtigen Ausrüstungsgegenstände ist die HU- Prüftätigkeit sofort einzustellen und darf erst nach Beseitigung und Freigabe wieder aufgenommen wurden.

Anerkannte SP- Betriebe erhalten aufgrund der umfangreichen Detailänderungen ein separates Anschreiben.

Antragsformulare, Prüflisten und Anerkennungsbescheinigungen als Arbeitsmittel der Innungen zur SP- Annerkennung von Werkstätten werden aktualisiert und nach Fertigstellung an Sie weitergeleitet.

Stand: Juni 2012