Auch bei ordnungsgemäßer Reparatur muss die Werkstatt den Kunden auf Mängel hinweisen, die bei der Reparatur schon erkennbar gewesen sein müssten. Die Werkstatt muss für den Schaden haften, falls sie den Kunden nicht auf diese erkennbaren Mängel hingewiesen hat. Das urteilte das Oberlandesgericht Düsseldorf (AZ: I-21 U 43/18) und berief sich auf die Nebenpflichten beim Werkstattauftrag.

Verhandelt worden war ein Fall, in dem ein Kunde seine Kfz-Werkstatt auf Schadensersatz verklagt hatte. Anlass war ein Motorschaden am Fahrzeug des Kunden, der 700 Kilometer nach einer Reparatur am Motor aufgetreten war. Bei dem Werkstattbesuch waren zuvor umfangreiche Arbeiten am Motor durchgeführt worden, unter anderem waren alle hydraulischen Ventilspielausgleichselemente und ein Kettenspanner ausgetauscht worden. Die Steuerkette wurde nicht erneuert, war aber für die Reparaturarbeiten teilweise ausgebaut worden.

Ein vom Gericht bestellter Gutachter stellte hinterher fest, dass die Kette zu diesem Zeitpunkt bereits deutliche Mängel gezeigt haben müsste, auch wenn der Testlauf nach der Reparatur unauffällig geblieben sei. Denn die Steuerketten hätten bei der Reparatur bereits eine erhebliche Längung aufgewiesen, sodass es nötig geworden war, den Kettenspanner fast vollständig auszufahren. Um einen Motorschaden zu vermeiden, hätte die Werkstatt den Kunden darüber informieren und zu einem Austausch raten müssen.

Zwar bestehe keine generelle Pflicht, ausgebaute Teile auf Mängel zu kontrollieren, sehr wohl aber, wenn die Teile nach Einbau nicht mehr zugänglich oder ohne weiteres kontrolliert werden können, so wie die Steuerkette. In solchen Fällen ist die Werkstatt verpflichtet, die ausgebauten Teile zumindest in Augenschein zu nehmen, urteilte das Gericht.

In dem verhandelten Fall hätte die Werkstatt entsprechend seiner Aufklärungsund Hinweispflicht den Kunden darüber informieren müssen.

Deshalb gestand das Gericht dem Kunden Schadensersatzansprüche zu. Die Werkstatt muss die Kosten für den neuen Motor, den Austausch, die Gutachterkosten und den Nutzungsausfall tragen. Weil aber davon auszugehen sei, dass der Kunde bei Hinweis die Steuerketten hätte austauschen lassen, müssten diese dann angefallenen Reparaturkosten gegengerechnet werden.

Stand: September 2020
Wir benutzen Cookies

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.